Geschichte

Haus Latschthaya

Mein Vater Hermann Rietzler bekam als Erbteil das Grundstück „Latschthaya" von seinem Vater Franz. Er begann 1968 mit den Bauarbeiten. Mit seinem Bruder Fulgenz errichtete er in Eigenregie den Rohbau. Er entschied sich als einer der ersten Bauherrn in Fiss fast alle Zimmer mit Bad/WC auszustatten. Ende 1969 zogen wir dann zu fünft ins neue Heim ein. Die Vermietung spielte sich hauptsächlich im Sommer ab. Zimmer mit Bad/WC und Frühstück konnte man um ÖS 28,00 (€ 2,00) buchen. Erst Mitte der 70er Jahre wurde der Wintertourismus immer stärker. 1983 entschieden sich meine Eltern das Haus zu erweitern. An der Ostseite des Hauses wurden 2 Appartementes angebaut.

Der Name „Latschthaya" wird abgeleitet vom Flurnamen „Lotschthoiya", der aus den beiden Wortteilen „Latschen" und Thaya besteht. Latschenkiefer (kurz Latsche), Legföhre, Legkiefer, oder Krummholzkiefer wird im Dialekt „Latsche" genannt. Das Wort Thaya bedeutet Almhütte. Es soll früher einmal eine kleine Almhütte in dieser Umgebung gestanden haben. Das Wort „Thoya" wird auch heute noch von Hirten und Sennern für die Almhütte verwendet.

 

 

 1999 haben wir, Elmar und Theresia, das Haus übernommen. Im Frühjahr wurde der ältere Teil des Hauses umgebaut. Meine Eltern zogen in den oberen Stock und wir errichteten im Untergeschoss ein neues Appartement. 2008 wurde das Haus im Westen mit einem weiteren Appartement erweitert. Ein Jahr später renovierten wir die beiden älteren Appartementes und das Dach. Unseren Gästen können wir nun vier modern eingerichtete Appartements anbieten.

Siedlungs- und Kulturgeschichte

Mit Sicherheit ist jedoch anzunehmen, daß die Sonnenterrasse schon lange vor Christi Geburt von einem deutschen Volksstamm, den Veneto-Illyriern gerodet und schütter besiedelt wurde. Im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. eroberten die Römer unser Alpenland und gaben ihm den Namen Rätien. Sie vermischten sich mit den Ureinwohnern und aus dieser Verbindung ging das Volk der Rätoromanen hervor.

Im Jahr 1288 wurde der Name "Füsse" zum ersten Mal in einer Urkunde des Klosters Marienberg erwähnt. Die Bauern aus Fiss mussten damals den Zehent an dieses Kloster abliefern. Erst im Jahr 1928 bekam Fiss eine Zufahrtsstraße, vorher gab es nur einen von Hand angelegten Karrenweg für Ochsengespanne.

Die Gemeinde Fiss liegt auf einem Plateau über dem Inntal auf einer Seehöhe von 1.436 m. Die Region, zu der sich die Gemeinde zählt, wird nach alter Überlieferung "Obergricht" genannt und befindet sich nahe dem Dreiländereck Österreich-Schweiz-Italien.
Die Urgeschichte von Fiss liegt wie die der meisten Gebirgsorte Tirols weitgehend im Dunkeln.

Die Römer brachten auch eine Umwälzung im Bauhandwerk. Im Ortskern von Fiss sind bis heute massive Häuser aus Stein aus dem 16. und 17. Jahrhundert, also aus der rätoromanischen Zeit, erhalten.
Der Name Fiss selbst ist schwer zu deuten. Nach einem bekannten Forscher stammt die Ortsbezeichnung vom lat. Fossa (= Graben) oder Fodia (= Grube oder Mulde), in welche das Haufendorf eingebettet liegt.

 Fiss wurde nach dem zweiten Weltkrieg ein beliebter Sommeraufenthaltsort für Feriengäste. Seit dem Bau der ersten Sesselbahn und Schlepplifte im Jahr 1967 hat sich Fiss auch zu einem bekannten Wintersportort entwickelt. Dieser Wirtschaftszweig ist heute die Haupteinnahmequelle für viele einheimische Familien, da durch den Wintertourismus auch andere Betriebe, wie z.B. Bergbahnen, Schischule, Hotel- und Gastronomiebetriebe ins Leben gerufen wurden.